Nicht nur „Wild“, auch „Wald“ kann das „Schulteam“ des Zweigvereins Mürzzuschlag des Steirischen Jagdschutzvereins.
So blieb die Anfrage von Lehrerinnen der Toni-Schruf- Volksschule Mürzzuschlag, ob man denn nicht die bewährten Waldausgänge mit jagdlichem Schwerpunkt auch einmal zum Thema „Wald“ durchführen könnte, nicht unbeantwortet.

Gehören doch Wild und Wald untrennbar zueinander, sollte die Gelegenheit, Jägerin und Jäger auch als „Experten“ für Fragen rund um den Lebensraum unserer heimischen Wildtiere zu präsentieren, nicht ungenutzt bleiben.
Es wurden zwei Termine vereinbart, um jeweils mit einer 2. Klasse den nahegelegenen Wald zu erkunden.
Bei prächtigem Herbstwetter marschierten die Gruppen los.
Schon von Weitem blickten die Schülerinnen und Schüler auf den bunt verfärbten Mischwald und erklärten Andrea und Thomas, warum die Bäume im Herbst ihr Laub verlieren.
Im Wald angekommen, erregte schnell ein stattlicher Baum die Aufmerksamkeit der Kinder.
Durch die besondere Blattform konnten sie diesen schnell als Eiche identifizieren.
Rätselhaft erschienen ihnen jedoch die kleinen Kugeln, welche sich an den Blättern befanden.
Dass diese von der Eichengallwespe verursacht werden und dem Schutz der Larve dienen, war auch für die begleitenden Eltern eine neue Erkenntnis.
Interessiert zeigten sich die Kinder auch daran, wie man sowohl Nadel- als auch Laubbäume anhand ihrer Nadeln, Blätter und der Rinde erkennen kann.
Jagdlich wurde es beim näheren Betrachten von verfegten Bäumchen oder dem Rätseln, ob den der Bau nun vom Fuchs oder vom Dachs bewohnt werde.
Wohl zum Leidwesen des Waldbesitzers konnten auch einige Käferbäume mit eindeutigen Spuren, aber auch Eschen, die dem Eschentriebsterben zum Opfer gefallen sind, vorgefunden werden.
Von der Tatsache, dass solche großen Bäume von kleinen Käfern und Pilzen zum Absterben gebracht werden, zeigten sich die Schülerinnen und Schüler beeindruckt.
Nach einer ausgiebigen Jause wurde die Zeit zum Bau kleiner Unterstände aus Zweigen und Moos genutzt, wobei sich die Kinder äußerst kreativ zeigten und heimlich die Hoffnung hegten, dass diese von Mäusen und Eichhörnchen als Winterquartiere genutzt werden.
Dass der Wald nicht nur Lebens- und Erholungsraum ist, sondern auch als Arbeitsplatz für Förster, Waldarbeiter und Jäger dient, kam abschließend zur Sprache.
Dabei erfuhren die Kinder auch, dass die Waldarbeit anstrengend und gefährlich sein kann und deshalb eine gute Ausbildung und entsprechende Schutzausrüstung Voraussetzung für die sichere Arbeit im Wald ist.
Vor Ort konnten sie anhand mitgebrachter Exponate sowohl die Schutzausrüstung als auch Werkzeuge und Motorsägen hautnah erleben.
Unser Dank gilt den Lehrerinnen Barbara Hirsch und Claudia Weinfurter, welche diese speziellen Waldausgänge ermöglicht haben.
Als Jägerin und Jäger konnten wir dabei den Kindern Wissen über unsere heimischen Wälder unmittelbar vor Ort und für sie greifbar näherbringen.